Unabhängige Ideen und Empfehlungen fürs LRZ
Das LRZ-Direktorium und sein Expertenrat, von links: Prof. Hans-Joachim Bungartz (TUM), Prof. Markus Schwaiger, Präsident BADW, Prof. Dieter Kranzlmüller (LMU/LRZ), Dr. Wieland Holfelder, Google, Wolf I. Faecks, WIF-Ventures, Prof. Thomas Seidl (LMU), Prof. Martin Schulz (TUM) sowie Prof. Helmut Reiser (LMU). Foto: LRZ
Das Leibniz-Rechenzentrum lädt drei renommierte Fachleute aus der IT-Wirtschaft in seinen neuen Expertenrat ein, um die ökonomischen Perspektiven von technischen Entwicklungen besser einschätzen zu können und seine Dienste für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft anzupassen.
Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) hat auf Empfehlung seines wissenschaftlichen Beirates einen Experten-Rat aus der Wirtschaft berufen: Künftig wird sich das LRZ-Direktorium regelmäßig mit Wolf I. Faecks, geschäftsführender Teilhaber von WIF-Ventures und Berater, mit Dr. Wieland Holfelder, Vice President Engineering und Technologiedirektor des Münchner Engineering-Zentrums von Google, sowie mit Stefan Wagner, Geschäftsführer des SAP Labs in München, austauschen. "Der Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft wird immer wichtiger, die hohe Dynamik bei den Innovationen in der Informationstechnologie erfordern Veränderungen auch am LRZ, außerdem führen die KI-Anwendungen gerade andere Anwender und Nutzerinnen mit neuen Bedürfnissen zu uns. Eine Antwort auf diese Entwicklungen ist der Expertenrat", begründet Prof. Dieter Kranzlmüller, Leiter des LRZ, diese Strategie. " Mit ihrer Perspektive aus der Wirtschaft können uns die Experten beraten, wie wir die Organisation des LRZ weiterentwickeln und uns in Fragen der Digitalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie deren Nutzung in der Wirtschaft klarer positionieren können."
Wissensaustausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung
Zweimal im Jahr werden sich das LRZ-Direktorium und der Expertenrat treffen, um aktuelle technologische Herausforderungen und organisatorische Maßnahmen zu diskutieren. Daneben stehen Möglichkeiten der Zusammenarbeit, außerdem Strategien zur Aus- und Weiterbildung künftiger IT- und Digitalisierungs-Spezialistinnen auf der Agenda, nicht zuletzt die Frage, wie Forschungsergebnisse effizienter in die wirtschaftliche Nutzung gelangen können.
Die drei berufenen Experten bringen nicht nur Wissen und IT-Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen und Positionen mit, sondern sind ihrerseits sehr eng mit Unternehmen, Verbänden oder Initiativen verdrahtet:
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Wolf I. Faecks hat sein Diplom als Wirtschaftsingenieur mit der Fachrichtung Elektrotechnik an der TU Berlin erworben und hat gerade die Beratungs- und Investmentfirma WIF-Ventures gegründet. Er ist seit über sieben Jahren im Hauptvorstand beim IT-Branchenverband bitkom, zudem im Beirat des Verbands deutscher Wirtschaftsingenieure und als zertifizierter Aufsichtsrat der Tallence AG und der Mobile Software AG berufen. Zuletzt war er als Vorstand des Kommunikationsdienstleisters Serviceplan SE für den Aufbau der Technologie und KI-Services der Gruppe verantwortlich. Seine IT-und Beratungs-Expertise hat er zuvor als CEO bei Sapient (jetzt Publicis Sapient) und in der Geschäftsleitung von Capgemini eingesetzt. Als Vorstand des Vereins Global H2O baut er seit vielen Jahren Trinkwasser-Brunnen in Schulen und unterversorgten Regionen in Uganda.
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Dr. Wieland Holfelder, hat an den Universitäten in Mannheim und Berkeley studiert und in Informatik promoviert. Nach Stationen bei IBM, ICAST und in der Forschung und Technologie von Daimler leitet er heute Google‘s Engineering Centre in München, wo unter anderem Angebote rund um den Browser Chrome sowie Dienste zum Schutz von Privatsphäre und für IT-Sicherheit für Online-Plattformen und Cloud entstehen. Holfelder engagiert sich außerdem bei Acatech, der Akademie für Technikwissenschaften, beim Deutschen Forschungszentrum für KI und im Münchner Kreis, einem Verein, der sich mit der Regulierung von Informationstechnologien, Tools und Medien befasst.
- Als Managing Director von SAP Labs München verantwortet Stefan Wagner die strategische Weiterentwicklung des Standorts. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung innovativer Anwendungen und Services für zentrale Bereiche des SAP-Portfolios, darunter Cloud ERP, Supply Chain Management, Customer Experience und die Business Technology Platform. Zudem steuert er die Standortstrategie von SAP München, einschließlich eines neuen R&D-Campus in Garching, und stärkt die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München sowie weiteren Innovationspartnern. In Studium (Bayreuth, INSEAD und Massachusetts Institute of Technology) und auf internationalen Managementpositionen hat sich Wagner mit Führungsfragen und der Förderung von Innovationen beschäftigt.
Trends in der Forschung und fürs computergestützte, wissenschaftliche Rechnen
Neben diesem neuen Expertengremium aus der Wirtschaft begleitet der wissenschaftliche Beirat das Direktorium des LRZ seit 2016: Hier regen insgesamt 30 Professorinnen und Professoren, die von Münchner und bayerischen Hochschulen sowie von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) entsandt oder gewählt werden, wissenschaftliche Projekte oder technische Neuerungen an oder spüren den aktuellen Entwicklungen für das computergestützte Rechnen für die Forschung und Lehre nach.